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... oder auch: warum der Bedarf an Brillen stieg.
Was so viel genutzt wurde, musste zwangsläufig verbessert werden: in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts begann man damit, aus Metall, Holz, Leder, Knochen oder Horn einen Rahmen zu entwickeln, in dem beide Gläser durch einen Bügel verbunden waren. Diese Konstruktion war stabiler und bot vielleicht auch mehr Möglichkeiten des Designs.
Zudem wurden die Bügel nun so gestaltet, dass man die Brille nicht nur vorhalten konnte, sondern durch ein eingeschlitztes Lederstück am Bügel auch auf die Nasenwurzel setzen - mit dieser Schlitzbügelbrille hatte der Lesende die Hände wieder frei.
Da es noch keine Möglichkeit gab, die Brille fest aufzusetzen, wurde sie oft mit einer am Bügel befestigten Kette vor dem Herunterfallen gesichert, denn eine Beschädigung der Gläser hatte nicht nur enorme Kosten, sondern auch eine lange Wartezeit auf den Ersatz zur Folge.
In dieser Zeit, genauer gesagt 1445, erfand Johann Gutenberg den Buchdruck mit beweglichen Lettern. Ab jetzt mussten die Bücher nicht mehr handschriftlich oder mit geschnitzten Ganzseiten kopiert werden. Eine erhöhte Produktion von Schriftwerken war die Folge, der Lesestoff wurde besser zugänglich und weiter verbreitet - also gab es auch mehr Bedarf für Lesehilfen.
Im 16. und 17. Jahrhundert wurden viele Brillenentwicklungen in Spanien gemacht, da die Brille hier zu einem Symbol von Rang und Reichtum geworden war, denn nur wer sich große und somit teure Gläser leisten konnte, galt als besonders edel. Anders in anderen Ländern Europas: hier galt die Brille vor allem als ein Zeichen des Alters, denn besonders ältere Männer bemerkten das Nachlassen ihrer Sehkraft und mussten zu den Gläsern greifen.
Eine weitere grundlegende Veränderung fand im 15. Jahrhundert statt: bislang hatte man nur konvex geschliffene Gläser gegen die Altersweitsicht gefertigt. Nun kamen konkave Linsen gegen die Kurzsichtigkeit hinzu.
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