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... oder auch: warum ein verzerrtes Gesicht chic ist
Wie schon erwähnt, ist das Monokel die Weiterführung des Lesesteins, nur in seiner flach geschliffenen Version. Statt ein zweites Glas hinzu zu nehmen und eine Möglichkeit zu finden, diese beiden möglichst bequem zu tragen, ging das Monokel einen anderen Weg. Die Linse wurde erst nur vor das Auge gehalten, ab dem 16. Jahrhundert jedoch wurde es Mode, sie zwischen Wange und Oberlied einzuklemmen.
Um 1800 war das Monokel weitaus mehr als eine Sehhilfe - die unscheinbare Scheibe wurde zu einem wichtigen Accesoir für den Herren, zu einem Sinnbild für Weltgewandtheit und Bildung auch in der bürgerlichen Mittelschicht. Wie ein guter Hut oder teure Handschuhe trug der "Dandy" das Monokel nicht nur um zu sehen, sondern auch, um damit gesehen zu werden - selbst wenn das bedeutete, dass man immer ein wenig das Gesicht verzerren musste (ein Umstand, den die Ärzte dieser Zeit bedenklich fanden) und sich eine typische Monokelfalte unter dem Auge bildete. Wenn die kleine Linse an ihrer Sicherungskette nicht gebraucht wurde, fand sie bequem in der Westentasche Platz.
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