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... oder auch: Reifen, Gelenke, Bügel und Fäden
Die Stirnreifenbrille machte das Tragen einer Mütze, um die Sehnhilfe an etwas anderem als der Nase zu befestigen, unnütz - sie fand etwas, was jeder immer bei sich trug und das keiner Modeerscheinung unterworfen war: die Ohren. Allerdings erst in der zweiten Version, denn die erste aus dem 16. Jahrhundert bestand nur aus einem kompletten Metallreifen, der um den Kopf gelegt wurde. Erst 1797 "entdeckte" der Optiker Dudley Adams die Ohren als Halterung und beachtete erstmals auch die Pupillendistanz.
Auf älteren Pfaden wandelte im 16. Jahrhundert weiter die Gelenkbrille - sie war im Grunde nur eine Nietbrille, bei der beide Gläser nun durch ein Scharnier verbunden wurden.
Zur gleichen Zeit entstand der mit der Niet- und Bügelbrille verwandte Zwicker, der vom 17. bis zum 19. Jahrhundert seine Blütezeit hatte. Die fein eingefaßten Gläser wurden mit einem metallenen Federbügel verbunden, der so hoch gewölbt war, dass man ihn bequem auf die Nase setzen konnte. Um Druckstellen zu vermeiden, waren die Auflagestellen mit kleinen Polstern aus Leder versehen. Gerade die späteren Zwicker machten bereits einen sehr modernen Eindruck. Die Nürnberger Drahtbrille, auch "Nasenquetscher" genannt, war in ganz Europa beliebt.
Ein fester Halt des Zwickers war wichtig und führte leider zwangsläufig zu einem unangenehmen Druck auf der Nase. Als Alternative begann man Ende des 16. Jahrhunderts, die Brille mit einem Faden um die Ohren zu befestigen (Fadenbrille) oder die beiden Fäden am Hinterkopf zu verknoten (Bandbrille) - beides Ideen der Befestigung, die auch die Stirnreifbrillen im Grund schon aufgenommen hatten. Das Prinzip bewährte sich sehr gut und fand eine weite Verbreitung.
Eine Abwandlung der Nietbrille war die Scherenbrille, deren Bügel-V nach unten wies und so dezent vor die Augen gehalten werden konnte - und ebenso rasch wieder in der Kleidung verschwinden. Auch Napoleon und Goethe, beide ausgesprochene Brillengegener, nutzten dieser unauffällige Variante.
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